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Bestellerprinzip

Allgemeines

Seit dem Inkrafttreten des Mietrechtsnovellierungsgesetzes (MietNovG) gilt bundesweit für alle Vermietungen per Makler das sogenannte Bestellerprinzip. Demnach zahlt grundsätzlich immer derjenige die Courtage, der den Makler beauftragt hat. Generell ausgenommen von der Regelung sind alle Kaufvorgänge von Privatimmobilien und alle eine Gewerbeimmobilie betreffenden Maklertätigkeiten. (In beiden Fällen werden die Kosten ganz legal auf den Käufer bzw. Mieter abgewälzt.)

Wann ist der Makler verbindlich und damit kostenpflichtig „bestellt“?

Voraussetzung für eine Provisionspflicht des Bestellers ist der Abschluss eines Maklervertrages. Wo vorher der Mieter zumeist der Zahlende bei einer Abwicklung über einen Makler war, ist es seit Inkrafttreten des Bestellerprinzips fast ausschließlich der Vermieter, der zahlungspflichtig ist. Im Zuge des damit angestrebten Mieterschutzes wird die finanzielle Entlastung des Mieters gewährleistet (falls es nicht der Mieter selbst ist, der den Makler beauftragt hat).

Die Beauftragung eines Maklers muss immer schriftlich (d.h. per Mail oder Brief) erfolgen.

Stellt der Mieter eine Suchanfrage, kommt die Zahlungspflicht nicht bereits dadurch zustande, dass der Makler lediglich seine vorhandenen Datenbanken nach geeigneten Objekten abfragt. Vielmehr muss er im Auftrag des Mieters aktiv suchen und ihm dann exklusiv ein Objekt anbieten.

Nur wenn ein exklusives Angebot vorliegt und der Makler mit dem Mieter einen Maklervertrag abgeschlossen hat, tritt die Zahlungspflicht ein.

Fällig ist die Courtage mit Unterschrift unter dem Mietvertrag.

Wissenswertes für den Vermieter

Es ist möglich, die Maklerkosten legal auf die Miete umzulegen, falls es sich nicht um ein Objekt im Geltungsbereich der Mietpreisbremse handelt. Um eine reibungslose und professionelle Vermietung zu gewährleisten, ist es sinnvoll einen Makler zu beauftragen, da dieser die Mieter einer finanziellen Prüfung unterziehen kann und sich mit Mietrecht auskennt.

Interessant für alle Vermieter ist auch, dass die Maklerprovision steuerlich absetzbar ist.

Wissenswertes für den Mieter

Wer keinen Makler beauftragt hat, muss auch keinen bezahlen. Der Vermieter kann in Gebieten, in denen die Mietpreisbremse nicht gilt, die Courtage legal auf die Mieter umlegen. Hier sollte der Mieter jedoch selbst kritisch prüfen, ob die Mieterhöhung rechtens ist.

An Kosten für den Makler ist mit einer Courtage von in der Regel zwei Monatsmieten + Mehrwertsteuer zu rechnen.

Bei der eigenständigen Suche auf Portalen sollten dem Mietsuchenden kaum noch provisionspflichtige Inserate begegnen, zumal bei Makler-Inseraten in Immobilienportalen der Makler bereits vom Vermieter bestellt und auch bezahlt ist.

Ergebnis

Auf Mieterseite ist eine durchaus positive Bilanz zu ziehen: Immer weniger Wohnungsvermittlungen per Makler ziehen eine Kostenpflicht des Mieters mit sich. Die generelle Entwicklung des Bestellerprinzips führt zu einem teilweise rückläufigen Vermietungsgeschäft für Makler. Obwohl mit der Wohnungssuche für die Mieter tendenziell durch das Bestellerprinzip weniger Kosten einzukalkulieren sind, ergibt sich häufig das Problem einer unprofessionellen Vermietung durch den unerfahrenen Vermieter selbst. Maklerkosten, die der Vermieter eingeht um die Professionalität und Erfolgsrate zu wahren, können in Gebieten ohne Mietpreisbremse auf den Mieter umgewälzt werden.

Positiv ist die jetzt deutlich transparentere Kostengestaltung für sowohl Mieter als auch Vermieter.